Wirksame Führung

Nachhaltigkeit in der Führung

Wie führt man nachhaltig?  Hans-Georg Hauser, Transaktionsanalytiker für den Bereich Beratung und Unternehmensführung,  hat in einem 2004 erschienen Aufsatz beschrieben, dass Nachhaltigkeit und Führungspraktiken in einem Widerspruch zueinander zu stehen scheinen. Die neuesten „Management by“ – Methoden, die in immer kürzer werden Zyklen über Unternehmen ausgerollt werden, lassen sich ja nicht ohne weiteres mit Nachhaltigkeit in der Bedeutung “ Beständigkeit“ und „Wirkamkeit“ verbinden und so müsse man eher von der „Nachhaltigkeit von Veränderungen“ sprechen.

Dagegen stünde in der Praxis eine ganze Menge, denn Menschen liebten es sicher, unhaltbare Zustände verändern zu wollen, aber  auf der anderen Seite wollten sie das Gewohnte auch eher bewahren denn verändern. Fusionen von Unternehmen, Restrukturierungen, die Einführung neuer Software  oder auch neuer Prozesse stoßen nicht immer auf die Gegenliebe der Betroffenen, es solle doch am besten so bleiben, wie es ist. Ein Zeichen für Nachhaltigkeit? Der Sturm der Veränderungen, der über viele Unternehmen fegt: ist er eher Ausdruck der schnelllebigen Zeit und damit im Widerspruch zur Nachhaltigkeit? Vom Ergebnis her betrachtet haben  kurzfristige Wechsel der Management-Methoden den Unternehmen nicht den gewünschten Erfolg gebracht und eine kurzfristige Betrachtung von Veränderungen reicht nicht aus. Nachhaltigkeit in der Führung braucht einen langen Atem und keine Hektik – und vor allen Dingen einen verläßlichen Nordpol, der  das Ziel einer Veränderungsreise zeigt und zu Ausdauer motiviert. Die langfristig bedenklichen Konsequenzen von kurzfristigen Maßnahmen werden häufig übersehen oder ignoriert. Gewinn möglichst schnell, auch wenn es sich langfristig ins Gegenteil verkehrt.

Hauser stellt plakativ die 5 Punkte dar, die gegen die Nachhaltigkeit von Veränderungsansätzen sprechen:

  1. Warum soll ich das Neue lernen?
  2. Bei uns im Unternehmen geht das eh nicht!
  3. Welchen Zweck soll das haben?
  4. Wer außer uns macht es noch?
  5. My hone is my castle oder  „das haben wir immer schon so gemacht“

Konzepte , die Nachhaltigkeit in der Führung unterstützen, enthalten Grundannahmen über den Menschen, der in der Lage ist, klar zu denken und zu entscheiden sowie eigenverantwortlich zu handeln. Voraussetzungen sind dabei klare wirtschaftliche Zielsetzungen und Vereinbarungen, die höchstmögliche Autonomie der Beteiligten zulassen.